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Jahr 2012 "Schätze"

Bildgeflüster:

Zurück in das Jahr 1830. Das sehr seltene Porzellan-Tintenfass mit hydraulisch regelbarer Tintenstandshöhe stammt aus der Familie der Encrier à pompe. Im Vordergrund ist ein Federhalter, ummantelt vom Fell eine Rehkitzes, zu sehen. Die Federschachtel aus Messing wurde sehr hübsch in Buchform gearbeitet und stammt von der Firma D. Leonhardt & Co. aus Birmingham.

Die Schatzgräber

Ein Winzer, der am Tode lag,
rief seine Kinder an und sprach:
"In unserm Weinberg liegt ein Schatz, grabt nur danach!"
"An welchem Platz?" schrie alles laut den Vater an.
"Grabt nur!" Oh weh! da starb der Mann.

Kaum war der Alte beigeschafft,
da grub man nach aus Leibeskraft.
Mit Hacke, Karst und Spaten ward der Weinberg um und um gescharrt.
Da war kein Kloß der ruhig blieb,
man warf die Erde gar durchs Sieb
und zog die Harken kreuz und quer
nach jedem Steinchen hin und her.
Allein, da ward kein Schatz verspürt,
und jeder hielt sich angeführt.

Doch kaum erschien das nächste Jahr,
so nahm man mit Erstaunen wahr,
dass jede Rebe dreifach trug.
Da wurden erst die Söhne klug.
Und gruben nun jahrein, jahraus
des Schatzes immer mehr heraus.

Gottfried August Bürger (1747-1794)

 

 

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